Nathalie Julia Rodriguez de Guzman, M.A.

Anschrift:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Graduiertenkolleg 1876
Hegelstr. 59
55122 Mainz

E-Mail: narodrig@uni-mainz.de

Projekttitel: Konzepte vom toten Körper in der römischen Bildkunst von der späten Republik bis zur mittleren Kaiserzeit

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus, apl. Prof. Dr. Annemarie Ambühl

Projekt:

Tote Körper spielen in zahlreichen bildlichen Darstellungen und auch in einem breiten Spektrum an unterschiedlich ausgestalteten Themen eine Rolle. Entsprechende Bilder sind mit verschiedenartigen Materialgattungen der römischen Bildkunst verknüpft, wie der Rundplastik, der Reliefkunst, der Wandmalerei oder dem Mosaik, und finden in unterschiedlichen Gebrauchskontexten Verwendung. Dies gilt für die Darstellungen menschlicher und tierischer Körper wie auch für solche mythologischer Mischwesen.

Ziel der Dissertation ist es, einen Überblick über Vorkommen, Konzeption und Funktion des toten Körpers in der römischen Bildwelt der Späten Republik und Frühen / Mittleren Kaiserzeit zu gewinnen, um dieses Motiv künftig differenzierter bewerten zu können und seine bisherige Deutung als Chiffre für Überlegenheit, Totenkult oder Opferrituale zu überprüfen. Hierzu gehört, herauszuarbeiten, wer oder was auf welche Art und in welchen bildlichen Kontexten als „tot“ charakterisiert wird, um die Darstellung von Toten von derjenigen von Schlafenden oder Sterbenden abzugrenzen. Des Weiteren werden Kategorien definiert, durch welche die Darstellungen hinsichtlich des Toten selbst, seiner Darstellungsart, seiner Haltung, seiner Todesart, seiner Positionierung im Bildfeld oder auch des Bildkontextes gegliedert werden können. Differenziert nach Gattungen und deren spezifischen jeweiligen Funktionen werden so u. U. verschiedenartige Konzepte des toten Körpers herausgearbeitet und ein Überblick über deren kontextuelle und diachrone Verwendung gewonnen. Darauf aufbauend soll, unter Einbeziehung schriftlicher Quellen, die Frage nach der Bedeutung von und dem Umgang mit dem toten Körper sowie den Funktionen seiner Darstellung untersucht werden. Hierbei ist auch zu fragen, inwieweit Konzepte vom toten Körper objekt-, kontext- oder zeitübergreifend existieren und welche Bedeutung ihm im soziokulturellen Kontext zukommt.