Imke Fleuren, M.A.

Anschrift:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Graduiertenkolleg 1876
Hegelstr. 59
55122 Mainz

E-Mail: fleuren@uni-mainz.de

Projekttitel: Konzepte von nicht-heimischer Fauna in Ägypten

Betreuerinnen: Prof. Dr. Tanja Pommerening, Prof. Dr. Sabine Obermaier

Dissertationsprojekt:

Nicht-heimische Elemente und Einflüsse von Fauna und Flora sind in den unterschiedlichsten Aspekten der ägyptischen Gesellschaft, einschließlich ihrer Kunst, Architektur und Ideologie, zu finden. Man denke beispielsweise an den Botanischen Garten Thutmosis’ III., die Amarna-Briefe oder die zahlreichen Darstellungen von Tribut- und Opferszenen in Gräbern und Tempeln. Eine ausführliche kultur- und epochenübergreifende Betrachtung und Untersuchung nicht-heimischer Elemente in Schrift, Bild und weiteren materiellen Hinterlassenschaften, in welcher die verschiedenen Funktionen und Bedeutungen betrachtet und miteinander verglichen werden, stand bisher aus. Ziel des Dissertationsprojekts war es, eine umfassende und detaillierte Studie vorzulegen, die Konzepte nicht-heimischer Fauna und deren sich verändernde oder aber gleichbleibende Elemente analysiert. Mit Hilfe von diachronen Ansätzen wurden die archäologischen, ikonographischen und schriftlichen Quellen in einer vergleichenden Analyse untersucht. Die Arbeit hat dabei nicht nur Konzepte der nicht-heimischen Fauna im alten Ägypten erfasst, sondern darüber hinaus auch die Funktion und Bedeutung der betreffenden Tiere in ihrer heimischen Umgebung. Zusätzlich wurde der Frage nachgegangen, ob ein möglicher epochenübergreifender Funktions- und Bedeutungswandel der Tiere seit ihrem ersten Auftreten in Ägypten stattgefunden hat. Obwohl der zeitliche Schwerpunkt der Untersuchung die pharaonische Epoche war, wurden auch prädynastische Quellen in die Überlegungen einbezogen, da eine Vielzahl der nicht-heimischen Tiere, wie etwa Ziegen und Schafe, bereits in neolithischer Zeit in die ägyptische Welt übernommen wurden. Zunächst wurde eine Aufstellung der in Ägypten heimischen und nicht-heimischen Tiere erarbeitet. Hierbei war zu berücksichtigen, dass das Spektrum der nicht-heimischen Tierwelt im Laufe der Jahrhunderte unter einem stetigen Wandel stand. Im Anschluss wurde die Funktion und Bedeutung der einzelnen Tiere diskutiert und verglichen. Zentrale Fragestellungen hierbei waren, ob der Umgang mit einheimischen Tieren sich von dem mit nicht-einheimischen unterschied und ob diesen Tieren eine im Vergleich zu ihrem Herkunftsland gleiche oder aber differente Bedeutung und Funktion zugeschrieben wurde, um Aufschluss über Konzepte der nicht-heimischen Fauna im alten Ägypten zu erhalten. Darüber hinaus ermöglichte ein diachroner und interdisziplinärer Ansatz Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Zeiträumen, Regionen und Kulturen zu bestimmen und zu ermitteln, welche Aspekte kopiert und übertragen wurden oder gar einzigartig geblieben sind.

Das Dissertationsprojekt wurde im Dezember 2017 abgeschlossen.